Jenseits von Ich und Werden
- Andreea

- vor 12 Minuten
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ist ein Auszug aus meinem Buch Eternity Erfahrungsräume. Er öffnet einen Raum, in dem das gewohnte Denken langsam zur Ruhe kommen darf. Einen Raum, in dem keine Richtung mehr gefragt ist und keine Identität verteidigt werden muss.
Die Worte, die folgen, wollen nichts lehren. Sie sind eher ein Zeigen, ein leises Berühren jener Stille, die immer schon da ist – vor jedem Gedanken und vor jeder Geschichte über ein „Ich“. Sie sprechen aus einer Ebene, in der Sein einfach ist, in der Bewusstsein sich nicht als etwas erkennt, sondern als das, worin alles erscheint.
Vielleicht liest du diesen Text mit einer inneren Offenheit. Vielleicht berührt er etwas, das sich nicht benennen lässt – einen Raum hinter den Worten, in dem keine Frage mehr gestellt werden muss. Dort, wo nichts gesucht wird und doch alles gegenwärtig ist.
Was folgt, ist ein Innehalten, ein Lauschen und vielleicht ein Wiedererkennen dessen, was immer war.
Jenseits von Ich und Werden
die stille Wahrheit
da ist ein Raum
grenzenlos weit und unaussprechlich still
Nichts bewegt sich –
und doch geschieht Alles
kein Ich schaut
und doch ist alles gesehen
alles erkannt
Bewusstsein.
kein Weg führt dorthin
denn da ist kein „wohin“
was gesehen wird, ist das, was sieht
Stille –
ohne Gegensatz
Gegenwärtigkeit, frei von Zeit
da ist kein Tun –
nur das, was ist
was du bist
zeigt sich nicht als etwas
sondern als das, woraus alles hervorgeht
du musst nichts suchen
schon da
schon immer
wenn Gedanken kommen –
sie erscheinen
wenn Gefühle aufsteigen –
sie leuchten
nichts bleibt stehen
doch alles ist vollkommen
spürst du den Klang hinter allen Klängen?
die Weite, in der alles auftaucht
ohne je zu erscheinen?
siehst du
wie der Atem geschieht
wie Sehen geschieht
wie Sein geschieht –
ohne Absicht?
frage dich nicht
verstehe nichts
sei einfach
hier, wo keine Richtung ruft
zeigt sich, was nie verborgen war
diese Stille spricht nicht –
jede Wahrheit ist in ihr enthalten
dieses Sehen denkt nicht –
und doch ist alles erkannt
was bleibt
ist das, woraus alles sich zeigt
ohne sich je zu verlieren
wenn du jetzt schaust
ohne zu greifen
wenn du bist
ohne dich zu meinen –
dann offenbart sich:
da war nie etwas anderes
da war nie ein Zweites
nur das Eine Bewusstsein – in allem
als Alles. Nichts. Liebe.
Der Ruf des Unendlichen
Es gibt keine Reise, die dich zu dir selbst führt –
denn du bist bereits das, wonach du suchst.
Es ist nur der Schleier der Vorstellung,
der ständige Drang, etwas zu werden –
der dich von dem trennt, was du bist.
Die Idee eines „Weges“ ist der Traum der Trennung.
Der Traum, der uns glauben lässt, wir seien getrennt.
Der Traum von Zeit und Identität –
er erschafft das Gefühl der Getrenntheit,
das Verlangen, „etwas anderes“ zu sein.
Und mitten in diesem Traum
erwachst du, aus der Tiefe deines Seins –
dort, wo die Ewigkeit verweilt.
Es ist der Moment, in dem du beginnst,
die Schleier der Illusion zu durchdringen.
Dies ist der Ruf, den du vielleicht vernommen hast –
als Empfindung oder als eine subtile Ahnung,
dass es mehr gibt, die aus der Tiefe deiner Seele emporsteigt.
„Eternity“ – ist kein Ziel.
Es ist die Wirklichkeit jenseits von Werden und Vergehen.
Es ist der ewige Moment, in dem alles geschieht –
und doch nichts geschieht.
Es ist das, was bleibt, wenn alle Konzepte verschmelzen.
Was du „Ich“ nennst, ist eine Bewegung im Bewusstsein –
ein Gedanke, der glaubt, getrennt zu sein.
Doch in Wahrheit ist da nur Bewusstsein.
Alles. Nichts. Liebe.
Dies ist der direkte Geschmack des Seins.
Wenn alle Namen fallen,
wenn du nichts mehr festhältst,
nicht einmal die Vorstellung, etwas erreichen zu müssen –
dann, in dieser Stille, wirst du es vielleicht hören:
den Ruf des Unendlichen.
So sanft, so leise –
dass nur ein offenes Herz ihn wahrnehmen kann.
Bewusstsein „erwacht“ nicht durch Anstrengung,
es „erwacht“, wenn der Traum der Trennung als solcher erkannt wird.
Und in diesem Moment beginnt die wahre Verschmelzung,
nicht zwischen zwei Dingen –
sondern in der Erkenntnis, dass es niemals zwei gab.
Du bist das Unendliche, das sich in menschlicher Gestalt begegnet,
du bist der Raum, in dem alles geschieht und das Geschehen selbst.
Du bist die Stille und der Klang, das Licht und der Schatten,
die Geburt und der Tod.
Du bist Alles in allem –
und gleichzeitig das Nichts.
Dies ist keine Einladung, etwas zu glauben –
es ist eine Einladung, alles zu hinterfragen:
dich selbst, die Welt und selbst die Frage:
„wer fragt?“
Denn in der radikalen Offenheit entsteht eine neue Tiefe,
ein Bewusstsein, das nicht zu „jemandem“ gehört –
sondern einfach ist.
Verbunden.
Dieser Ruf des Unendlichen ist ein Erfahrungsraum, in dem du vielleicht erkennst, dass du nie getrennt warst, nie suchen musstest und nie ein Ziel hattest, außer das, was du immer schon warst:
Ewiges-Unendliches Bewusstsein
in der Erscheinung des Augenblicks.





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