vom Erinnern, wer wir sind
- Andreea

- 30. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Alles, was ist, ist, weil du da bist – als das stille Wahrnehmen, das allem vorausgeht. Ohne dich wäre nichts sichtbar. In deiner Gegenwart wird Wirklichkeit erfahrbar, weil Wahrnehmung Berührung ist. Alles erscheint im Licht deiner Wahrnehmung, wenn du es berührst.
Deine Aufmerksamkeit ist wie Atem – wo sie verweilt, wird etwas lebendig und wo sie sich zurückzieht, darf es vergehen. So bleiben Welten bestehen, durch gesehen werden. Die Menschen in deinem Leben sind keine Zufälle, sie tauchen auf wie Figuren in einem Traum. Du erkennst dich in ihnen – manchmal in dem, was du liebst, manchmal in dem, wovor du dich fürchtest, doch immer bist du es, der sich selbst begegnet. Ein Problem lebt nur so lange, wie du dich an ihm festhältst. Es nährt sich von deinem Widerstand und wenn du aufhörst zu kämpfen, beginnt es zu zerfallen, weil es seine Bedeutung verliert.
Gedanken sind wie Wolken –
sie kommen ungefragt, sie formen sich und ziehen weiter.
Du bist nicht verpflichtet, ihnen zu folgen. Du darfst sie anschauen und sagen "ich glaube dir nicht". In diesem Raum zwischen Gedanke und Glauben entsteht Freiheit.
Die Vergangenheit ist kein Ort –
sie ist ein Gefühl, das sich erinnert.
Ein Bild, das sich selbst erzählt, ein Traum, der nur weitergeht, wenn du ihn erneut betrittst. Lässt du ihn los, bleibt nichts zurück, außer Stille. Alles dient dir, auch das, was dich bricht. Ja, auch das, was dich zweifeln lässt. Du bist nicht hier, um perfekt zu sein, sondern um ganz zu werden.
Du bist alles –
und gleichzeitig nichts, das festgehalten werden kann.
Jeder Mensch, dem du begegnest, ist ein anderes Fenster, durch das dasselbe Bewusstsein schaut. Andere Augen, andere Stimme – dieselbe Tiefe. Wir tragen das Männliche in uns – den klaren Geist, der erkennt und das Weibliche – das lauschende Herz, das sich dem Leben hingibt. Erst wenn beides tanzen darf, wird der Mensch weich genug, um wahr zu sein.
Das Leben ist ein Traum –
durchlässig, nicht unwirklich.
Die meiste Zeit gehen wir hindurch wie Schlafende und nennen es Realität und dann gibt es diese stillen Momente, in denen etwas aufwacht – das Bewusstsein selbst. Dann erkennst du, es gibt nur ein Wesen, das sich durch alles erfährt und doch ist jede Erfahrung einzigartig. Jeder von uns träumt seine Welt – und gemeinsam weben wir das Kollektiv, das sich im Außen zeigt.
Aus Mitleid wird Mitgefühl, wenn du erkennst –
niemand ist Opfer und niemand ist Täter.
Jeder ist Schöpfer seiner Erfahrung, auf seine Weise und in seinem Tempo. Mitgefühl heißt nicht eingreifen – sondern sehen. Krankheit ist ein Flüstern, ein Ruf der Seele, der sagt "hör mir zu". Weißt du, nicht alles will geheilt werden – manches will einfach gesehen, gefühlt oder verstanden werden. Alles kann sich jetzt verändern, durch Loslassen.
Das Leben folgt einem Rhythmus. Manchmal kannst du nichts tun, außer da zu sein und selbst das genügt. Wenn du suchst und nichts findest, wirst du vielleicht gerade neu ausgerichtet. Zur richtigen Zeit kommt der Impuls und du erkennst ihn an der Weite, die er hinterlässt.
Du träumst dein Leben –
und manchmal träumt das Leben dich wach.





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