top of page

Willkommen im Raum der Impulse

lass dich von Worten berühren,
die dich sanft nach innen führen

Der Ozean erinnert sich. Wie du fühlst, ohne die Welle zu werden.

  • Autorenbild: Georgiana-Andreea
    Georgiana-Andreea
  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Der Ozean erinnert sich. Wie du fühlst, ohne die Welle zu werden.



Manchmal genügt ein Trigger, und etwas Vergangenes wird im Körper wieder gegenwärtig. Erinnerungen sind mit Gedanken und Gefühlen verbunden, und über die Gefühle zieht es auch den Körper hinein. So kann etwas, das längst vergangen schien, plötzlich wieder als gegenwärtige Erfahrung spürbar werden.


Aus Sicht des Bewusstseins gibt es keine Trennung zwischen Geist und Materie. Ein Gedanke erscheint im Bewusstsein, der Körper reagiert darauf, und beides wird als eine zusammenhängende Erfahrung erlebt. Eine Erinnerung ist damit weit mehr als eine Geschichte über die Vergangenheit. Sie kann als Empfindung, Bewegung, Spannung und Gefühl im gegenwärtigen Moment erscheinen.


Die Vergangenheit ist vorbei. 

Die Erfahrung davon kann jetzt geschehen.


Du musst die vergangene Geschichte nicht erneut untersuchen, um die gegenwärtige Erscheinung zu fühlen, das weißt du. Du kannst spüren, was jetzt in deinem Körper geschieht, während du erkennst, dass auch diese Empfindung eine Erscheinung im Bewusstsein ist. Dein Körper ist kein Gefäß, das dich von der Welt trennt, sondern verdichtetes Bewusstsein. Für das Bewusstsein gibt es keinen Unterschied zwischen einer äußeren, physischen Realität und einer inneren, gedachten Realität, denn beide sind Schwingung und beide sind jetzt präsent.


Du bist der Ozean, 

der sich als Welle erfährt.


Wenn du wieder leidest, darf dich diese Erinnerung tragen. Du hast die Trennung gewählt, um dich als Welle zu erfahren. Für einen Moment hast du vergessen, dass du der Ozean bist, und dich als etwas Eigenständiges erlebt, getrennt und allein. Doch du bist nie aus dem Ozean gefallen. Du fällst immer wieder zurück in ihn, weil du niemals etwas anderes warst als der Ozean selbst. In Wahrheit bist du das eine unendliche Ozean, Eternity.


Du bist das Bewusstsein, 

das sich in einem Moment 

in der Illusion der Trennung verloren hat, 

sich mit dem Menschen identifiziert 

und sich dadurch selbst verwechselt hat.


Und auch das gehört zum Erfahrungsraum dieses Lebens. Du musst dich dafür nicht verurteilen oder versuchen, die Identifikation gewaltsam aufzulösen. Das Menschsein bedeutet auch, sich zu verlieren, zu vergessen, zu erfahren, zu fühlen und sich wieder zu erinnern.


Transformation ist Bewusstwerdung.


Transformation ist nichts, das du werden musst, und nichts, das du noch heilen oder irgendwo suchen und finden müsstest. Du erkennst immer klarer, was du bereits bist. Während du dieses Leben ganz erfährst, mit seiner Freude und seiner Trauer, seiner Liebe, seiner Verbundenheit und seiner scheinbaren Trennung, verankert sich die Erinnerung immer tiefer:


Du bist die Welle.

Und du bist der Ozean.


Du erfährst das Leben als Mensch und zugleich bist du das Bewusstsein, in dem all diese Erfahrungen erscheinen. Du bist nie getrennt gewesen. Du hast nur erfahren, wie es sich anfühlt, die Trennung zu glauben. Und wenn du dich doch wieder verlierst, wenn du leidest und keinen Ausweg siehst, erinnere dich:


Du befindest dich gerade 

in den Traumlabyrinthen des Bewusstseins, 

tief in der menschlichen Erfahrung.


Die Erfahrung ist real.


Du fühlst sie.

Du durchlebst sie.

Du bist mitten in ihr.


Und zugleich ist diese Erfahrung nur eine Erscheinung im Bewusstsein. In diesem Moment darfst du innehalten und sagen:


„Interessant ...

 Ich habe mich gerade 

 wieder mit meiner Persönlichkeit verwechselt. 

 Ich habe mich wieder mit meinen Gedanken 

 und Gefühlen identifiziert."


Allein dieses Erkennen schafft einen Raum zwischen dir und dem, was du gerade erfährst. Du kannst Trauer fühlen und wissen:


Ich bin nicht traurig.

Ich bin das Bewusstsein, das Trauer erfährt.

Ich fühle Trauer – in der Erfahrung des Menschseins.


Du kannst Angst fühlen und dich dabei beobachten, wie schnell der Verstand sagt: „Ich habe Angst."


„Ich habe Angst" und „Ich fühle Angst" 

 sind zwei verschiedene Erfahrungen!


Wenn du sagst: „Ich habe Angst", machst du die Angst zu etwas, das du besitzt. Sie wird zu „deiner Angst", zu deinem Zustand und zu einem Teil deiner Geschichte.


Wenn du sagst: „Ich fühle Angst", beschreibst du, was gerade geschieht. Die Angst ist körperlich spürbar und verändert für einen Moment die Chemie und den Zustand deines Körpers. Dein Herz schlägt schneller, dein Atem verändert sich, deine Muskeln spannen sich an und dein Nervensystem reagiert. Du bist dabei derjenige, der diese Erfahrung wahrnimmt.


„Ich fühle Angst."

Ich bin das Bewusstsein, das Angst fühlt."


Die Angst darf vollständig da sein.

Der Körper darf darauf reagieren.

Du darfst sie vollständig erfahren und weiterziehen lassen.

Du spürst sie, ohne dich mit ihr zu verwechseln.


Du fühlst die Angst und kannst sie zugleich wahrnehmen. Du erfährst sie und erinnerst dich dabei, dass du das Bewusstsein bist, in dem diese körperliche Erfahrung erscheint.


Das Gefühl darf vollständig da sein. Es darf durch deinen Körper fließen, sich bewegen, seine Form verändern und wieder gehen. Auch Gedanken dürfen auftauchen, Geschichten sich entfalten, Erinnerungen erscheinen. Du erlebst das Leben vollständig, ohne dich dabei mit dem zu verwechseln, was du erfährst. Du nimmst wahr, wie die Erscheinungsform der Trauer durch dich hindurchgeht, und bleibst im Körper verwurzelt. Du atmest hinein, fühlst, was da ist, und lässt die Erfahrung sich bewegen, ohne eine Geschichte daran zu binden oder in der Vergangenheit nach einer Erklärung zu suchen. So verlässt du die Dauerschleife der Suche nach dem, was noch geheilt werden muss, denn auch diese Vorstellung, irgendwo in dir sei noch etwas zu finden und aufzulösen, kann zu einem weiteren Gang im Traumlabyrinth werden.


Die Suche nach Sinn entsteht aus dem Gefühl, dass etwas fehlt. Mangel ist zunächst ein Gedanke, und Gedanken sind nicht die Wirklichkeit. Je tiefer wir in uns sinken, desto stiller wird es, desto mehr verändert sich das Erleben. Ein Raum öffnet sich, leer von Lärm, von Erwartungen und von Konzepten und offen für Wahrheit, für Freude und für Gegenwärtigkeit.


Leere ist voller Möglichkeiten.


Auf der Ebene des Ich erfahren wir uns als Welle, die gegen andere Wellen stößt. Auf der Ebene des Bewusstseins erkennen wir, dass wir der Ozean sind, aus dem jede Welle entsteht. Das Leben trägt dich und hebt dich an wie der Wind, und es erinnert dich daran:


Du musst keine Welle werden.

Du bist der Ozean, der sich als Welle erfährt.


Das Menschliche ist die Form.

Das Sein ist die Quelle.

Beides zusammen bist du.


Wir sind hier, um beides zu leben, und auch dieser Gegensatz löst sich auf. Du erfährst dich als Mensch. Du weißt, dass Bewusstsein dein Wesen ist, das gerade als du eine menschliche Erfahrung in der Dualität macht, und dass alles, was geschieht, in diesem Bewusstsein erscheint. Das ist die Kunst, aus dem reinen Sein ins Menschsein zu fließen und die Erfahrungsräume des Lebens mit Leichtigkeit zu meistern.

 
 
 

Kommentare


bottom of page